Das inoffizielle Wahrzeichen Wangelins ist weg! Der schiefe Giebel der Bildungsstätte wurde vor kurzem fachgerecht abgetragen. Vergangene Woche entstand ein neuer, aufrechter: Das Fundament ist gegossen, das Holzständerwerk steht – am Freitag war Richtfest in Wangelin. Mittendrin: „unser“ Jannes – diesmal nicht als fleißige Hand in seinem Freiwillig ökologischen Jahr, sondern als angehender Zimmermannsgeselle bei der bauausführenden Firma von Konrad Hintz. Ein willkommenes Wiedersehen und herzlichen Dank an das gesamte Team!
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Mit der Sanierung des Gebäudes in der Dorfstraße 27 wird ein historisches Bauwerk nicht nur gesichert, sondern auch für die Zukunft nachhaltig ertüchtigt. Die Sanierung erfolgt unter den Maßgaben ökologischer Bauweisen und trägt zur Weiterentwicklung der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau bei.
Die Sanierung des Giebels am „Denklabor Bauwende“ geschieht mit Plan, in Etappen und mit Rückenwind aus gleich drei Fördertöpfen: ILERL MV (Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern) kümmert sich ums Grobe: Fundament, Holztragwerk, Dach – kurz: alles, was hält. NUE (Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung) bringt die Bildung ins Spiel: Die Spritzdämmung mit Hanf-Kalk an der Giebelwand und den Seitenwänden werden zu Lehrbaustellen – offen, anschaulich und natürlich zum Mitdenken. Und damit es nicht bei einem Sommerprojekt bleibt, sorgt SEM ESF+ (Strukturentwicklungsmaßnahme aus dem Europäischen Sozialfonds Plus) dafür, dass das Ganze ab Herbst 2025 in ein vollwertiges Curriculum übergeht – für alle, die Hanf und Kalk künftig lehren (oder richtig lernen) wollen.
So bringt am 6. August Thomas Kretschmer öffentlichkeitswirksam, wie schon beim Europäischen Lehmbautag 2024, die erste Schicht der Hanf-Kalk-Spritzdämmung auf. Sobald diese getrocknet ist, folgt der zweite Auftrag – vermutlich zwei Wochen später. Auch beim zweiten Mal darf live mitgefiebert werden. Bau- & Schaulustige aufgepasst: Für ausreichend Kaffee, Kalk und Kekse ist gesorgt!
Wer selbst Hand anlegen und mehr über Kalk als vielseitiges Bindemittel lernen möchte, dem sei Christian Redlichs gleichnamiger Kurs ans Herz gelegt. Vom 25. bis 29. August erarbeitet der Fachmann für nachhaltige Bauprojekte erstmals mit Kursteilnehmenden die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von Kalk theoretisch und auch ganz praktisch.
Eine weitere Chance, den Kalk (hoffentlich nicht zu) hautnah zu erleben, bietet sich Ende September. Dann rückt der Kurs Baubiologisches Sanieren, Dämmen, Bauen mit Hanf der straßenseitigen Hausfront der Bildungsstätte auf den Pelz. Neben dem Dämmen mit Spritzhanf steht im Kurs auch das Arbeiten mit Hanfsteinen und Orthanf auf dem Programm – DIE Möglichkeit, Hanf und Kalk als moderne Dämm- und Baustoffe kennenzulernen!
Kurzum: ein erbaulicher Sommer mit vielen Höhepunkten. Denn auch der ehemalige Träger-Verein der Bildungsstätte lässt es krachen. Am 8. und 9. August feiert der FAL e.V. im benachbarten Wangeliner Garten sein 35-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Wir können auch anders“ gibt's u.a. den gleichnamigen Film und ein Gespräch mit dem Hauptdarsteller Joachim Król.
Auf bald in Wangelin
Ihr Team der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau Wangelin gGmbH
Übrigens: Im Zuge der Baumaßnahmen entstehen auch neue (barrierefreie) Toiletten – das verkürzt die Wege, wenn's mal dringend wird.
Lehmputze nehmen unter den Lehmbauprodukten eine Sonderstellung ein. Das Verständnis, dass die uns umgebenden Wände wie unsere 3. Haut fungieren (nach der Körperhaut und der Kleidung), ist für viele Menschen gut nachvollziehbar. Sie möchten in ihren Innenräumen ein baubiologisch gesundes Raumklima haben, schadstofffrei und gerne auch mit ökologisch wertvollen Materialien. Da bietet sich der Einsatz von Lehmputzen an – auch in konventionellen Gebäuden. Der Einführungskurs bietet einen Überblick über Aspekte, die bei dem Einsatz von Lehmputzen zu beachten sind – unterstützt von der praktischen exemplarischen Anwendung an Probeflächen.
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In diesem fünftägigen Intensivkurs erhalten Sie eine umfassende Einführung in Kalk als natürliches Bindemittel. Ziel ist es, das Material wirklich zu verstehen: seine chemischen und physikalischen Eigenschaften, seine historische Bedeutung und seine vielseitigen Anwendungen als Baustoff in Farben, in Putzen für dekorativen Oberflächen. Theoretischer Vortrag und praktisches Arbeiten greifen während des gesamten Kurses ineinander. Nach kurzen theoretischen Einführungen mit unterstützender Präsentation (PowerPoint) wird das Gelernte sofort in die Praxis umgesetzt: Die Teilnehmenden stellen selbst Kalkmischungen her, prüfen und bereiten Untergründe vor und wenden verschiedene Techniken an.
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Um Innenraumgestaltung mit Putz- und Gestaltungstechniken, Grundlagen der Farb- und Raumwirkung und ornamentale Gestaltung geht es in Modul 2 des Lehrgangs "Gestalter:in für Lehmputze (HWK)". Vom Entwurf bis zur Ausführung erlernen Sie hier die kreative Ausrichtung, indem Sie Mischungen herstellen oder mit Zuschlägen u/o Pigmenten variieren, und in die Welt der Schmuckelemente eintauchen. Auch dieser Teil schließt mit einer Prüfung der Handwerkskammer Schwerin ab und ermöglicht so zusammen mit den beiden ersten Zertifikaten die Eintragung in die Handwerksrolle.
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Der ökologische Baustoff Hanfkalk wird auch in Deutschland immer beliebter. Er hat viele Vorteile: Er lässt sich als durchgetrocknete Platte oder Stein verarbeiten, feucht z.B. als Vorsatzschale einer Innendämmung in Hohlräume schütten oder unter einem Kalkestrich anbringen. Er vereint gute Wärmedämmung mit hoher Wärmespeicherung, hat einen geringen ökologischen Fußabdruck und ist witterungsbeständig. Sie erwerben fundiertes Wissen über die Vorteile von Hanf in Verbindung mit Kalk und Lehm als nachhaltige Baustoffe und deren essenzielle Rolle für Baubiologie und kreislaufgerechtes Bauen.
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Europäische Bildungsstätte für Lehmbau Wangelin gGmbH
Tel.: 038737 – 337 990
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